MusikVorOrt

Neues Förderprogramm ab 2020 fürs Musizieren in ländlichen Räumen

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Idee

Gemeinsam singen und musizieren ist wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das soziale Gefüge. Der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) hat ein Förderprogramm für Modellprojekte in ländlichen Räumen ausgeschrieben, die im Zeitraum vom 31. März 2020 bis 31. März 2021 stattfinden sollen. Das Besondere: bewerben kann sich jede*r – ob Einzelperson oder Institution –, und es gibt keinen Eigenanteil der Kosten, der finanziert werden muss. Da der BMCO bei den Projekten formal die Funktion des Veranstalters übernimmt, entsteht für die Antragsteller*innen keine Veranstalterhaftpflicht, keine GEMA-Gebühr und kaum bürokratischer Aufwand.

 

Bis zu 25.000 Euro für dein neues Musikprojekt im ländlichen Raum

 

Ob die Neugründung eines Ensembles oder ein neues Projekt einer bereits bestehenden Gruppe, ob im Jugendbereich oder mit Erwachsenen – einzige Voraussetzung ist: Das Projekt muss einen neuen Aspekt aufweisen und das gemeinsame Singen und Musizieren in ländlichen Räumen (Gemeinden bis 20.000 Einwohner*innen) in Deutschland fördern. Die Antragsstellung ist bewusst einfach gehalten, um die Teilnahme am Förderprogramm jedem zu ermöglichen. Vor Ort gibt es eine*n „Projektmacher*in“, der*die dem BMCO als Ansprechpartner*in zur Verfügung steht. Die Förderhöhe beträgt bis zu 25.000 Euro pro Projekt. Die Antragsfrist läuft ab sofort bis 12. Januar 2020; die Entscheidung, welche Projekte gefördert werden, erfolgt durch eine Jury und wird Mitte Februar 2020 veröffentlicht.

 

Auf einen Blick

 

Termine

  • Zeitraum für Antragstellung: 11. November 2019 bis 12. Januar 2020
  • Entscheidung der Jury: ca. 17. Februar 2020
  • Zeitraum für Projektdurchführung: 1. März 2020 bis 31. März 2021

Finanzen

 

Förderhöhe pro Projekt: zwischen 5.000 und 25.000 Euro (inklusive Umsatzsteuer)

 

Musik

 

Musikrichtung/-genre: keine Einschränkungen, solange das gemeinsame Singen/Musizieren mehrerer Personen ermöglicht wird.

 

Formales

 

Antragsberechtigt: Einzelpersonen und Institutionen. Das Projekt darf keine anderweitigen Fördermittel des Bundes erhalten.

 

Voraussetzungen:

  • Musikprojekt
  • im ländlichen Raum (Gemeinden bis 20.000 Einwohner*innen)
  • Gruppenerlebnis (gemeinsames Singen/Musizieren)
  • neu für die Region und für die (evtl. bereits bestehende) Musikgruppe

 

Antragstellung

Anträge für das Förderprogramm MusikVorOrt können ab sofort beim Bundesmusikverband eingereicht werden. Der Antrag umfasst zwei Teile: ein Formular mit Kontaktangaben und der Projektbeschreibung ein eine Kalkulation der Finanzen. Beide Teile stehen hier zum Download bereit.

Projektantrag

Formular zur Beschreibung des Vorhabens

Projektkalkulation

Excel-Tabelle zur Kalkulation des Projekts

FAQ

Welche Ideen werden gefördert?

 

Neue Musikprojekte in ländlichen Räumen (Gemeinden bis 20.000 Einwohner*innen), sowohl Projekte von bereits existierenden Musikgruppen als auch komplett neue Projekte oder Gründungen von Musikgruppen sind möglich. MusikVorOrt ist für alle Musikrichtungen offen – wichtig ist jedoch, dass im Projekt mehrere Menschen gemeinsam musizieren.

 

Wer darf einen Förderantrag stellen?

 

Jede*r, egal ob Einzelperson oder Institution (z.B. Verein).

 

Wie viel Geld kann pro Projekt beantragt werden?

 

Pro Projekt ist eine Förderung von 5.000 bis maximal 25.000 Euro möglich.

 

Welche Kosten entstehen für die Projektmacher*innen?

 

Keine! Selbstverständlich darfst du das Projekt selbst mit Geld unterstützen oder dir weitere Förderer/ Sponsoren (außer Bundesmitteln) suchen, wenn dir die Fördermittel von MusikVorOrt nicht ausreichen. Ein finanzieller Eigenanteil ist jedoch keine Voraussetzung für eine Antragsstellung.

 

Es ist außerdem möglich, über die MusikVorOrt-Fördermittel Honorare zu bezahlen, z.B. für einen Projektmanager*in.

 

Darf ich mit dem Geld von MusikVorOrt auch Honorare finanzieren?

 

Ja. Es ist sogar möglich, ein Honorar für eine*n Projektmanager*in einzuplanen. Die Rolle des*der Projektmanager*in darfst du als Projektmacher*in auch selbst übernehmen.

 

Wie kann ich einen Antrag stellen?

 

Der Antrag besteht aus einem Antragsformular, in dem du das Projekt und seinen Nutzen beschreibst, und einer Kalkulation, in der du die geplanten Kosten für das Projekt auflistest. Die Antrags-Unterlagen findest du weiter oben.

 

Bis wann kann ich einen Antrag stellen?

 

Noch bis einschließlich Sonntag, den 12. Januar 2020.

 

In welchem Zeitraum soll mein Projekt stattfinden?

 

Der Projektzeitraum läuft vom 1. März 2020 bis 31. März 2021, also maximal ein Jahr lang. Aber auch kürzere Projekte, die erst nach Beginn des Projektzeitraums beginnen oder vor Ende des Projektzeitraums enden, sind möglich.

 

Wann erfahre ich, ob mein Projekt gefördert wird?

 

Die Auswahljury tagt Mitte Februar 2020. Das Ergebnis erhältst du voraussichtlich am 17. Februar 2020.

 

Welche Aufgaben habe ich als Projektmacher*in?

 

Deine Aufgabe ist es, das Projekt zu organisieren, also es zu planen und durchzuführen. Natürlich kannst du dir auch weitere Leute in dein Projektteam holen (z.B. musikalische Leiter). Während des Projekts wird der BMCO auch einmal vorbeischauen, um zu sehen, wie es läuft, und um das Projekt z.B. durch Fotos zu dokumentieren. Nach Abschluss des Projekts lässt du dem BMCO einen ca. 2-seitigen Bericht zukommen, in dem steht, wie das Projekt gelaufen ist.

 

Ich habe noch nie hauptverantwortlich ein (Musik-)Projekt durchgeführt. Kann ich trotzdem einen Antrag stellen?

 

Ja. Wenn du motiviert bist und eine gute Idee hast, stelle gerne einen Antrag. Risiken gibt es bei diesem Förderprogramm kaum: Du als Projektmacher*in bist zwar für hauptverantwortlich für eine möglichst gute Planung und Durchführung des Projekts, aber der BMCO übernimmt formal die Rolle des Veranstalters. Das heißt, er unterzeichnet z.B. durch die Projektmacher*in vorbereitete Miet- und Honorarverträge. Wenn nötig, z.B. wenn zu einem Projekt ein Konzert gehört, kümmert sich der BMCO außerdem um die GEMA und die Veranstalterhaftpflicht-Versicherung. Der bürokratische Aufwand ist für dich also sehr gering.

 

Ich bin noch nicht so erfahren mit Projektkalkulationen. Wie gehe ich dabei vor und was passiert, wenn die Kosten für das Projekt von meiner Kalkulation abweichen?

 

Es ist immer ratsam, bereits bei der Erstellung der Kalkulation vor allem für größere Posten (z.B. Raummieten, Honorare für Musikleiter etc.) im Vorfeld Angebote einzuholen, um diese Zahlen möglichst genau einschätzen zu können. Das ist üblich und z.B. die Vermieter von Veranstaltungsräumen sind solche Anfragen gewohnt.

 

Wenn das Projekt läuft, sind kleinere Abweichungen bzw. Verschiebungen in den einzelnen Kostenblöcken normal. Achte jedoch immer darauf, dass du insgesamt die geplanten Kosten nicht überschreitest, da der BMCO nicht mehr als das im Februar 2020 zugesagte Geld zur Verfügung stellen kann.

 

Was passiert, wenn mein Projekt scheitert?

 

Der BMCO hofft natürlich, dass alle Projekte so funktionieren, wie der*die Projektmacher*in es sich vorstellt. Dennoch: Der BMCO will mit MusikVorOrt herausfinden, welche Projekte in ländlichen Räumen funktionieren und welche nicht und warum (nicht). Auch Scheitern gehört also dazu und wird nicht „bestraft“. Wichtig wäre es jedoch, dass du dich in einem solchen Fall rechtzeitig mit dem BMCO in Verbindung setzt, damit das weitere Vorgehen geklärt werden kann.

 

Was genau ist der BMCO?

 

Der Bundesmusikverband Chor & Orchester ist der Dachverband der Amateurmusik in Deutschland und gilt für Politik und Kulturinstitutionen als Ansprechaprtner für die Themen des Amateurmusizierens. Eine detaillierte Beschreibung der Ziele und Aufgaben des BMCO findest Du hier.

Mehr Infos

Wenn Sie Fragen zum Förderprogramm MusikVorOrt haben, wenden Sie sich gern an uns.

Hintergrund

Bereits im Koalitionsvertrag hatten sich die Parteien dazu bekannt, die ländlichen Räume zu stärken. Nun wurden in diesem Zusammenhang Fördermittel für das gemeinsame Musizieren bestätigt. Rund zwei Millionen Euro stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien dafür in den nächsten zwei Jahren bereit.

 

Im Rahmen des neu entwickelten Programms „MusikVorOrt“ können so ab 2020 beim Bundesmusikverband Chor & Orchester e.V. (BMCO), dem Dachverband der Amateurmusik in Deutschland, Mittel für die Arbeit von Chören und Orchestern in ländlichen Räumen beantragt werden. Grundidee des BMCO ist, diese Förderung unkompliziert und mit geringstmöglichem bürokratischen Aufwand bereitzustellen.

 

BMCO-Präsident Benjamin Strasser MdB zeigt sich erfreut: „Endlich wird der Bedarf der meist ehrenamtlich organisierten Chöre und Orchester in ländlichen Räumen auch monetär und nicht nur in Sonntagsreden anerkannt.“ Denn Amateurmusik wird auch dort gemacht, so Strasser weiter, wo sonst kaum Institutionen hinkommen, und das fördert dort den gesellschaftlichen Zusammenhalt. MusikVorOrt ermögliche nun die Arbeit solcher Ensembles, statt mit immer neuen Vorschriften das ehrenamtliche Engagement der ca. 14 Millionen Menschen, die in Deutschland in ihrer Freizeit musizieren, zu gefährden.

 

Ein konkretes MusikVorOrt-Vorhaben steht übrigens schon fest: der SingBus der Deutschen Chorjugend e.V. (DCJ). Im Rahmen ihrer Initiative „Kinderchorland – in jedem Ort ein Kinderchor“ soll der SingBus durch das gesamte Bundesgebiet touren, um die Kinderchorarbeit in ländlichen Räumen zu fördern.