Zelter-Plakette

Auszeichnung des Bundespräsidenten für seit 100 Jahren wirkende Chöre

Startseite > Zelter-Plakette

Allgemeines

Die Zelter-Plakette wurde im Jahr 1956 „als Auszeichnung für Chorvereinigungen, die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes und damit um die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben“ (Stiftungserlass vom 7. August 1956) von Bundespräsident Theodor Heuss gestiftet.

 

Die auffällig ovale Plakette ist 13,5 x 15,5 cm groß und zeigt auf der Vorderseite das Porträt Carl Friedrich Zelters (1758-1832). Auf der Rückseite befindet sich der Bundesadler mit der Umschrift „Für Verdienste um Chorgesang und Volkslied“. Die Plakette wird zusammen mit einer Urkunde überreicht.

 

Der Bundesmusikverband Chor & Orchester – hervorgegangen aus der zuvor entsprechend beauftragten Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände – ist Geschäftsstelle des Empfehlungsausschusses und koordiniert damit das Antragsverfahren zur Verleihung der Zelter-Plakette.

 

Anlässlich der Verleihung der Zelter-Plakette und der Pro-Musica-Plaketten durch den Bundespräsidenten werden seit 1971 alljährlich am Sonntag Lätare (drei Wochen vor Ostern) die Tage der Chor- und Orchestermusik veranstaltet. Dies geschieht an jeweils wechselnden Orten in Deutschland. Im Mittelpunkt steht dabei ein bundeszentraler Festakt, in dem einem Chor die Zelter-Plakette und einem Instrumentalensemble die Pro-Musica-Plakette samt Urkunden überreicht werden. Dies erfolgt stellvertretend für alle Chöre und Ensembles, die diese Ehrung im gleichen Jahre erfahren. Diese Zeremonie nimmt grundsätzlich der Bundespräsident selbst oder im Verhinderungsfall ein/e Stellvertreter/in vor.

Historie

Die Geschichte der Zelter-Plakette reicht zurück bis in die 1920er Jahre. Der für die Belange der Amateurmusik aufgeschlossene Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Boelitz, stiftete durch Runderlass im Jahre 1922 drei künstlerisch gestaltete Gedenkblätter als staatliche Anerkennung für Amateurchöre anlässlich ihres 50-, 75- und 100-jährigen Bestehens. Wenige Jahre später traten an die Stelle der Gedenkblätter Plaketten in Bronze, Silber und Gold. Diese Zelter-Plaketten wurden bis zum Beginn des Jahres 1942 verliehen. Aber schon 1940 hieß es, dass nur die bereits eingereichten Anträge zur Verleihung der Zelter-Plakette berücksichtigt würden; alle anderen solle man bis nach Kriegsende zurückstellen.

 

Beim Wiederaufbau nach dem Krieg ergriff der Deutsche Sängerbund die Initiative, die Zelter-Plakette als staatliche Anerkennung für langjährige Bemühungen und besondere Leistungen auf dem Gebiet des Chorgesanges wieder ins Leben zu rufen. Diese Anregung wurde von staatlicher Seite aufgenommen. Am 7. August 1956 unterzeichnete Bundespräsident Theodor Heuss den Erlass, in dem die Zelter-Plakette erneut gestiftet wurde. Mit  gleichem Datum wurden im Bundesgesetzblatt die Richtlinien veröffentlicht, in denen die Einzelheiten für die Verleihung festgelegt sind.

 

Verleihungen seit 1957

 

Die erste Plakette eines Jahres wird traditionsgemäß am Sonntag Lätare – drei Wochen vor Ostern – im Rahmen eines Bundeszentralen Festaktes überreicht. Bei diesem Festakt händigt der Bundespräsident einem der auszuzeichnenden Chöre die Zelter-Plakette und die Urkunde stellvertretend für alle Chöre, die diese Ehrung im gleichen Jahr erfahren, aus. Wenn der Bundespräsident verhindert ist, nimmt an seiner Stelle die Beauftragte für Kultur und Medien oder der/die Ministerpräsident/in bzw. der/die für Kultur zuständige Minister/in oder Senator/in, in dessen Land der Festakt stattfindet, die Verleihung vor.

 

Die Übergabe der übrigen Plaketten und Urkunden erfolgt einige Wochen oder Monate nach dem zentralen Festakt. Die Organisation obliegt den jeweiligen Bundesländern für „ihre“ Chöre. In einigen Ländern findet dazu eine landeszentrale Veranstaltung statt, in der der jeweils zuständige Minister die Plaketten und Urkunden aushändigt. In anderen Bundesländern erfolgt die Aushändigung durch den zuständigen Regierungspräsidenten oder dessen Beauftragten bei einem Jubiläumsfest des Chores oder bei anderer Gelegenheit. Auskunft hierüber erteilt das jeweils zuständige Landesministerium.

 

In den Jahren von 1957 bis 2018 wurden bislang insgesamt 11.437 Zelter-Plaketten verliehen, darunter 65 an Chöre im Ausland. In der nachfolgenden Tabelle sind die Orte des jährlichen zentralen Festakts zusammen mit der Anzahl der jeweils geehrten Chöre chronologisch aufgeführt.

Bisherige Verleihungen der Zelter-Plakette

1957

Köln

852

1958

Bremen

313

1959

Ulm

208

1960

Frankfurt am Main

199

1961

Augsburg

212

1962

Goslar

265

1963

Kaiserslautern

238

1964

Essen

227

1965

Kassel

176

1966

Bonn

138

1967

Koblenz

133

1968

Brilon

150

1969

Neuss

157

1970

Würzburg

112

1971

Remscheid

119

1972

Karlsruhe

150

1973

Mainz

186

1974

Hannover

191

1975

Trossingen

227

1976

Bremen

179

1977

Passau

170

1978

Saarbrücken

205

1979

Lübeck

212

1980

Solingen

210

1981

Berlin

235

1982

Freiburg i.Br.

209

1983

Arnsberg

244

1984

Braunschweig

199

1985

Erlangen

235

1986

Darmstadt

191

1987

Hamburg

208

1988

Baden-Baden

233

1989

Köln

232

1990

Trier

208

1991

Bremerhaven

191

1992

Kleve

222

1993

Leipzig

246

1994

Tübingen

200

1995

Rostock

197

1996

Siegen

183

1997

Garmisch-Partenkirchen

234

1998

Gera

209

1999

Frankfurt (Oder)

169

2000

Trossingen

182

2001

Wolfenbüttel

157

2002

Bingen

142

2003

Halle (Saale)

158

2004

Fulda

180

2005

Marktoberdorf

167

2006

Eisenach

133

2007

Saarbrücken

136

2008

Bruchsal

162

2009

Osnabrück

133

2010

Lippstadt

131

2011

Koblenz

114

2012

Elmshorn

118

2013

Ulm, Neu-Ulm

68

2014

Zwickau

49

2015

Celle

26

2016

Eberswalde

37

2017

Konstanz

32

2018

Bad Homburg

40

2019

Gotha

111

Richtlinien

Allgemeine Informationen

 

Die Zelter-Plakette wird frühestens aus Anlass des 100-jährigen Bestehens eines Chores auf dessen Antrag durch den Bundespräsidenten verliehen.
Voraussetzung für die Verleihung ist der Nachweis, dass sich der Chor in ernster und erfolgreicher musikalischer Arbeit der Pflege des Chorgesanges gewidmet und im Rahmen der örtlich gegebenen Verhältnisse künstlerische oder volksbildende Verdienste erworben hat.

 

Das Verfahren ist geregelt in den Richtlinien zur Verleihung der Zelter-Plakette. Gut 50 Jahre nach ihrer Schaffung wurden diese Richtlinien 2014 neu gefasst und dabei an die gegenwärtigen Strukturen in Politik und Verbänden angepasst sowie sprachlich modernisiert. Sie sind unterzeichnet von Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und veröffentlicht im Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 53 vom 19. November 2014 ab Seite 1761.

Vollständiger Text

Richtlinien zur Verleihung der Zelter-Plakette (Neufassung)

Antragsverfahren

Termin

 

Die Zelter-Plakette wird einem Chor nach 100 Jahren ununterbrochener Tätigkeit nicht „automatisch“ verliehen, sondern muss beantragt werden. Antragsschluss ist der 30. Juni eines Jahres für eine Verleihung im Folgejahr, d.h. wer die Zelter-Plakette 2021 erhalten möchte, muss einen entsprechenden Antrag bis zum 30. Juni 2020 stellen.

 

Formular

Antrag A

Chöre, die in einem bundesweit tätigen Chorverband organisiert sind, nutzen dafür den „Antrag A“ und senden ihn mit den zughörigen Unterlagen an ihren Landesverband oder Diözesanverband; gibt es keinen Landesverband, geht der Antrag direkt an den Bundesverband. Von dort wird er anschließend weitergeleitet.

 

Dies betrifft Chöre in folgenden Verbänden:

 

  • ACHORDAS e.V.
  • Allgemeiner Cäcilien-Verband für Deutschland (ACV)
  • Arbeitskreis Musik in der Jugend e.V. (AMJ)
  • Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. (CEK)
  • Internationaler Arbeitskreis für Musik e.V. (IAM)
  • Deutscher Chorverband (DCV)
  • Deutscher Chorverband PUERI CANTORES e.V.
  • Verband Deutscher KonzertChöre e.V. (VDKC)

Antrag B

Chöre, die keiner bundesweit tätigen Chororganisation angehören, nutzen den „Antrag B“ und stellen diesen bei dem für Kultur zuständigen Ministerium ihres Bundeslandes.

 

Chöre aus dem Ausland richten „Antrag B“ an die diplomatische oder konsularische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland vor Ort.

Antrag A

Chöre, die in einem bundesweit tätigen Chorverband organisiert sind, nutzen dafür den „Antrag A“ und senden ihn mit den zughörigen Unterlagen an ihren Landesverband oder Diözesanverband; gibt es keinen Landesverband, geht der Antrag direkt an den Bundesverband. Von dort wird er anschließend weitergeleitet.

 

Dies betrifft Chöre in folgenden Verbänden:

 

  • ACHORDAS e.V.
  • Allgemeiner Cäcilien-Verband für Deutschland (ACV)
  • Arbeitskreis Musik in der Jugend e.V. (AMJ)
  • Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. (CEK)
  • Internationaler Arbeitskreis für Musik e.V. (IAM)
  • Deutscher Chorverband (DCV)
  • Deutscher Chorverband PUERI CANTORES e.V.
  • Verband Deutscher KonzertChöre e.V. (VDKC)

Antrag B

Chöre, die keiner bundesweit tätigen Chororganisation angehören, nutzen den „Antrag B“ und stellen diesen bei dem für Kultur zuständigen Ministerium ihres Bundeslandes.

 

Chöre aus dem Ausland richten „Antrag B“ an die diplomatische oder konsularische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland vor Ort.

Empfehlungsausschuss

 

Die Geschäftsstelle des Empfehlungsausschusses zur Verleihung der Zelter-Plakette ist beim Bundesmusikverband Chor & Orchester e.V. angesiedelt. Die Geschäftsstelle bearbeitet die Anträge und legt sie einem Empfehlungsausschuss vor. Dieser besteht aus jeweils einem Vertreter der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK). Hinzutreten können je nach Antragslage Vertreter der Chorverbände, aus deren Reihen Anträge vorliegen, sowie bei Anträgen aus dem Ausland ein Vertreter des Auswärtigen Amtes.

 

Der Empfehlungsausschuss tagt im Regelfall im Herbst des Vorjahres der beantragten Verleihung und entscheidet über die ihm vorgelegten Anträge. Anträge, die vom Empfehlungsausschuss befürwortet werden, trägt das jeweils zuständige Landesministerium für Kultur bzw. das Auswärtige Amt anschließend dem Bundespräsidenten vor.

Verleihung

 

Stimmt der Bundespräsident der Verleihung zu, so unterzeichnet er die Urkunde, die zusammen mit einer Ehrenplakette an den jeweiligen Chor überreicht wird.

 

Die zentrale Verleihungsveranstaltung für Deutschland findet traditionell im Rahmen der Tage der Chor- und Orchestermusik drei Wochen vor Ostern statt. Hierbei überreicht der Bundespräsident (oder sein/e Stellvertreter/in) einem Chor stellvertretend die erste Plakette des Jahres. Dieser Chor wird vom Empfehlungsausschuss ausgewählt. Alle Empfänger-Chöre eines Jahrgangs sind herzlich eingeladen, die Tage der Chor- und Orchestermusik zu besuchen und dem Festakt beizuwohnen.

 

Alle anderen ausgezeichneten Chöre eines Jahres erhalten ihre Urkunde und Plakette erst nach dieser zentralen Verleihungsveranstaltung in einer eigenen Zeremonie, die vom jeweiligen Landesministerium bzw. von Kulturverbänden auf Landesebene gestaltet wird. Über die Ansprechpartner hierfür informiert die Geschäftsstelle auf Anfrage.