Schutzmaßnahmen

Informationen und Handreichungen zum Schutz bei Proben und Veranstaltungen

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Bei hohen Inzidenzien ist es weiterhin sinnvoll, Schutzmaßnahmen in Proben und Veranstaltungen als Gesundheitsschutz für alle Musizierenden und zum Erhalt der Sing- und Spielfähigkeit der Ensembles umzusetzen. Je nach Schutzbedarf (abhängig von z.B. Altersstruktur und vulnerablen Gruppen) und örtlichen Gegebenheiten (Raumsituation, lokales Infektionsgeschehen) sollte die Auswahl der Maßnahmen in Eigenverantwortung erfolgen.

 

Clusterinfektionen finden hauptsächlich in geschlossenen Räumen statt. Den besten Schutz vor Infektionen bieten richtig getragene FFP2-Masken. Ein vergleichbarer Schutz kann ohne Masken beim gemeinsamen Musizieren erreicht werden durch:

  • A) sehr gute Belüftung
  • B) zeitnahe Antigentests für alle Anwesenden bei hohen Inzidenzen

 

Abstände von min. 1,5 Metern reduzieren Infektionen über direkte Tröpfchen, verhindern aber keine Infektionen über ausgeatmete Aerosole. Abstände sind vor allem bei face-to-face-Situationen wie Gesprächen sinnvoll. Für die Raumsituation sind das Raumvolumen pro Person und die Lüftung entscheidend. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien und ihrer für die Amateurmusik durchgeführten Auswertung sind die „Grundlagen für das Musizieren unter Pandemiebedingungen“ sowie die darauf aufbauenden hier gebündelten Schutzmaßnahmen und Handreichungen für die Amateurmusik weiterhin sinnvoll und beachtenswert.

Anleitung Risikoeinschätzung

Diese übersichtliche Anleitung zur Einschätzung des Infektionsrisikos in Proben und Konzerten dient zur Bestimmung des raum- und situationsbezogenen Schutzes. Als Berechnungsparameter können einerseits Raumvolumen, Personen im Raum, Aufenthaltsdauer, sowie ggf. die Luftwechselrate von bereits eingesetzten Luftreinigern herangezogen oder andererseits die CO2-Konzentration, welche für einen Hauptschutz immer unter 800 ppm sein sollte. Ergänzend zum Hauptschutz kann ein Zusatzschutz erreicht werden, indem für alle der Zugang mit Schnelltests erfolgt und/oder eine Maske getragen wird.

Der Modellrechner dient der Abschätzung der Ansteckungswahrscheinlichkeit mit dem Corona-Virus beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen. Durch Eingabe der individuellen Parameter für eine Raumnutzung (Inzidenz, Anzahl der Personen, Raumvolumen, Aufenthaltsdauer sowie CO2-Messung oder Luftwechselrate) wird das benötigte Schutzniveau und die Lüftungsempfehlung durch eine Modellrechnung ausgegeben. Auch die individuelle Infektionswahrscheinlichkeit (Ansteckungsrisiko) mit SARS-CoV-2 wird auf Basis von Airborne.cam (https://airborne.cam) angezeigt. Der Risikorechner steht zum Download als Excel-Datei bereit.

 

* Die Ergebnisse des Risikorechners können nur eine Empfehlung für den Schutzbedarf geben, da es nur eine Modellrechnung ist! Sie basiert auf theoretischen Annahmen und berücksichtigt vor allem die Übertragung von SARS-CoV-2 über ausgeatmete Aerosole in der Luft. Direkte Ansteckung über Tröpfchen bei zu geringem Abstand ohne Masken werden im Modell nicht berücksichtigt.

Modulares Schutzkonzept

Das Modulare Schutzkonzept für Proben und Konzerte umfasst als Kernmodul die Anwendung bekannter und erprobter „Schutz- und Hygieneregeln“ für die Durchführung von Proben und Konzerten. Dieser Kernschutz wird um zwei neue Schutzmodule ergänzt, um bereits vor und nach der Veranstaltung größtmögliche Sicherheit erreichen zu können. 

Für den speziellen Fall von z.B. Intensivproben, Probenwochenenden, Tagungen oder Konzerttag/e gibt es ergänzende Schutzmaßnahmen für ein- und mehrtägigen Veranstaltungen, die den zusätzlichen Fragestellungen und Herausforderungen Rechnung trägt und bei der Planung und verantwortungsvollen Durchführung unterstützt.

Die Spezifizierungen der Einzelmaßnahmen für die drei Schutzmodule vor, während und nach der Veranstaltung werden von unserem Wissenschaftscluster evaluiert und dem jeweiligen Forschungs- und Erkenntnisstand angepasst. Alle Maßnahmen sind auch auf andere Veranstaltungsformate übertragbar. 

Lüftungskonzept

Effektives Lüften ist in Innenräumen eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen zur Reduzierung des Infektionsrisikos. Mit wirksamem Lüften kann eine eventuell vorhandene Virenlast in der Raumluft deutlich reduziert werden. Daher geben wir als Hilfestellung eine Anleitung zum effektiven Lüften, in der alle Lüftungsmöglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen dargestellt sind und ihre wirksame Anwendung auch unter Einsatz von CO2-Messgeräten erklärt wird.

Mobile Luftreiniger sind als Ergänzung zum manuellen Lüften eine wirksame Ergänzung zur Senkung des Infektionsrisikos in Innenräumen. Daher geben wir als Hilfestellung einen Überblick über die Wirkungsweise mobiler Raumluftreiniger, erläutern die Anforderungskriterien zur Wahl geeigneter Geräte und stellen eine Geräteauswahl mit den jeweiligen technischen Daten vor.

Coronatests

Antigentests für alle Anwesenden bei hohen Inzidenzen sind zur Vermeidung von Cluster-Infektionen weiterhin wichtig. Prinzipiell sind 3 Arten der Testung möglich, die im folgenden kurz beschrieben werden. Zudem stehen Handlungsempfehlungen im Falle eines positiven Coronatests zur Verfügung.

Eigenverantwortlicher Selbsttest

 

Vor Aufbruch zu Proben/Konzerten z. B. direkt zu Hause testen – ein positives Ergebnis möglichst direkt der Ensembleleitung zur Risikobewertung der Gesamtsituation mitteilen.

Bürgertests

 

z.B. in Testzentren, bei Betriebsärtz*innen, in Schulen etc.

Selbsttests unter Aufsicht

 

Um eine gemeinsame Ensemble-Probe oder andere Veranstaltungen möglichst sicher zu gestalten, sind Antigen-Selbsttest aller Teilnehmenden im Vorfeld empfehlenswert. Da insbesondere im Falle neuer Varianten (z. B. Delta) trotz Impfung weiterhin eine Übertragung des Virus möglich ist und auch so verursachte Ansteckungen zum Infektionsgeschehen beitragen, bietet die Testung aller (auch immunisierter Personen) einen zusätzlichen Schutz.

 

Mit der Anleitung Coronatests möchten wir Sie bei der Planung und Durchführung von Antigen-Selbsttests vor Ort unterstützen. Bei Bedarf und je nach bundeslandspezifischer Verordnungslage können Sie mit Hilfe der beigefügten Bescheinigung die bei Ihnen durchgeführten Tests zur Vorlage bei Dritten dokumentieren, z.B. als Voraussetzung für kostenfreien PCR-Test.

Verhalten nach positivem Coronatest

 

Wenn ein Ensemblemitglied nach einer gemeinsamen Probe oder einem Konzert positiv auf das Corona-Virus getestet wird, ist es wichtig, richtig zu reagieren, um weitere Ansteckungen innerhalb und außerhalb des Ensembles zu vermeiden. Entscheidend sind eine schnelle Kommunikation, die Einschätzung des Risikos, dass weitere Ensemblemitglieder angesteckt wurden und daraus abgeleitet die Einleitung von Maßnahmen.

 

Mit der Anleitung Verhalten nach positivem Coronatest möchten wir Sie bei der Vorgehensweise bei einem positiven Coronatest nach gemeinsamem Musizieren unterstützen.

Schutzkomponenten – Auswahl und Bezugsquellen

Das Kompetenznetzwerk NEUSTART AMATEURMUSIK hat Beispiele für mögliche Schutzkomponenten – Auswahl und Bezugsquellen, wie Corona-Selbsttests, Desinfektionsmittel, Masken, Trennwände, CO2-Messgeräte und Raumluftreiniger samt deren Bezugsquellen, zusammengestellt. Die Produkte entsprechen den notwendigen Standards zum bestmöglichen Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus.

Die angeführte Produktauswahl ist frei von Verpflichtungen gegenüber den Herstellern getroffen, sie dient als Beispiel und stellt keine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf dar. Die Gültigkeit der Informationen ist auf den Zeitpunkt der Erstellung dieser Unterlagen beschränkt und kann sich je nach Marktentwicklung jederzeit und ohne vorherige Ankündigung ändern.

 

Sollten Sie solche Änderungen feststellen oder andere Anmerkungen oder Ergänzungen zu folgender Auswahl haben, wenden Sie sich gern per E-Mail an grundlagen@bundesmusikverband.de.

Hintergrund

Wir empfehlen für die Ausgestaltung konkreter Schutzmaßnahmen auch die Lektüre unser ausführlichen Publikation „Grundlagen für das Musizieren unter Pandemiebedingungen“ und stehen gerne auch beratend – z. B. für Pilotprojekte – zur Verfügung:

 

Stand: 15. Februar 2022

Der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) vertritt die Interessen von 14 Millionen Menschen, die sich im Bereich der Amateurmusik musikalisch betätigen. Als Dachverband der Amateurmusik setzen wir uns dafür ein, dass ein verantwortungsvolles Proben und Konzerte (wieder) möglich sind und bleiben.

 

Zu diesem Zweck erarbeitet das Kompetenznetzwerk NEUSTART AMATEURMUSIK Modelle und abgestufte Empfehlungen für eine sichere Durchführung der musikalischen Bildungsangebote und Ensemblearbeit im Präsenzbereich der Amateurmusik. Gerne bieten wir neben unserer Expertise und Beratung verschiedene Schutzkonzepte und Handreichungen an. Zu beachten ist dabei immer, dass regionale Entwicklungen der Pandemie nach spezifischen Lösungen verlangen.

 

Unsere Vorschläge fußen auf dem hohen Maß an Verantwortungsbewusstsein und Disziplin, dass alle Amateurmusizierenden in den letzten Monaten bewiesen haben. Sowohl bei der Risikoabwägung als auch der Anwendung von Schutzmaßnahmen hat die Amateurmusik unter Beweis gestellt, dass eine sichere Wiederaufnahme der musikalischen Probentätigkeit möglich ist.