Gemeinsames Positionspapier: Gefährdet der Ganztag die musikalische Bildung?

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28. Januar 2026
 
Im August 2026 tritt der bundesweite Anspruch auf Ganztagsförderung in Kraft – aber der verlängerte Aufenthalt der Kinder und Jugendlichen in der Betreuung darf perspektivisch nicht die deren musikalische Bildung austrocknen. Hierauf weisen die drei Bundesverbände aus den Bereichen Schule, Musikschule und Amateurmusik in einem Positionspapier hin. Sie fordern eindringlich, dass sich die Akteur*innen vor Ort vernetzen, um die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen zu erhalten.
 
Musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen fördert nicht nur Kreativität, Konzentration und soziale Kompetenzen, sondern legt auch den Grundstein sowohl für eine berufliche Perspektive als Musiker*in als auch für ein Hobby, das viele Menschen ihr Leben lang begleitet und stärkt. Die Möglichkeit zu musizieren muss daher sowohl im Unterricht als auch im außerschulischen Bereich qualitätsvoll erhalten bleiben und gemeinsam geplant und gedacht werden – dies fordern der Bundesverband Musikunterricht (BMU), der Verband deutscher Musikschulen (VdM) und der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) in einem gemeinsamen Positionspapier für eine umfassende Bildungsstrategie.
 
Die wichtigsten Zugangswege zur Musik sind die Schule (38 %), gefolgt von Chören, Orchestern und Musikvereinen (31 %) und den öffentlichen Musikschulen (24 %) sowie der Privatinstrumentalunterricht (23 %), so eine aktuelle Studie des Musikinformationszentrums. Wenn aber in den Schulen immer seltener überhaupt noch Musikunterricht stattfindet und Kinder und Jugendliche nachmittags keine Zeit mehr haben, in den Musikschulunterricht oder in die Chor- und Orchesterproben des Vereins zu gehen, leidet die musikalische Bildung erheblich.
 
Damit musikalische Bildung im Ganztag gelingt, braucht es eine verlässliche und strukturelle Zusammenarbeit zwischen den drei musikalischen Bildungsakteuren Schule, Musikschule und Verein. Diese drei Partner bringen Expertise, Kontinuität, Professionalität, qualifizierte Fachkräfte, Räume und die Möglichkeit zu Teilhabe und sozialen Netzwerken mit – jetzt müssen die Akteur*innen vor Ort diese Stärken zusammenführen.
 
Die Verbände fordern daher:
– Verbindliche strukturelle Zusammenarbeit zwischen Schulen, Musikschulen und Amateurmusik im Ganztag
– Anerkennung und Einbindung qualifizierter Fachkräfte aus allen drei Bereichen
– Nachhaltige Rahmenbedingungen, die Kooperationen langfristig ermöglichen
– Verlässliche Finanzierung für qualitativ hochwertige musikalische Angebote
 
Das Positionspapier ist hier abrufbar.
 
 
Pressefotos:

Geschäftsführerin Theresa Demandt verantwortet das Thema Bildung in der BMCO-Leitung
Foto: Andreas Klug
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Musizieren muss in der Planung der Ganztagsbetreuung mitgedacht werden,
Foto: Ludwig Abache
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Weitere Informationen:
Der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) ist der Spitzenverband der Amateurmusik in Deutschland. Der BMCO repräsentiert 21 bundesweit tätige weltliche und kirchliche Chor- und Orchesterverbände mit insgesamt ca. 100.000 Ensembles. Er vertritt die Interessen von 16,3 Millionen Menschen, die in ihrer Freizeit Musik machen, gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Hauptsächliches Ziel des BMCO ist es, die Musikausübung breiter Bevölkerungsschichten zu aktivieren, die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen zu verbessern sowie die öffentliche Wahrnehmung der Amateurmusik zu stärken.
 
 
Pressekontakt
 
Melanie Wollenweber | Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesmusikverband Chor & Orchester
Tel: +49 30 609 807 81 – 55
E-Mail: wollenweber@bundesmusikverband.de
 
Fachliche Ansprechpartnerin:
 
Theresa Demandt | Geschäftsführerin
Hugo-Herrmann-Straße 24 | 78647 Trossingen
Tel: +49 (0) 7425 – 32 88 06 – 44
E-Mail: demandt@bundesmusikverband.de