Musizieren für und mit Menschen mit Demenz
Der Kongress „Musizieren für und mit Menschen mit Demenz – Perspektiven für Chöre und Instrumentalensembles“ fand vom 25. bis 26. April 2026 in Karlsruhe statt. Die Teilnehmer*innen erhielten viele spannende Informationen zu demenzsensiblem Musizieren und Singen. Der BMCO veranstaltete den Kongress im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.
Der Kongress ist bei der „Registrierung beruflich Pflegender“ als Fortbildung anerkannt. Sie erhalten für die Teilnahme 10 Fortbildungspunkte.
Ziel des Kongresses ist es insbesondere, neue Impulse für die inklusive musikalische Arbeit in Chören, Orchestern und Ensembles zu setzen. Die Veranstaltung richtete sich an Ensembleleitungen, Musizierende, Pflegeeinrichtungen, Musiktherapeut*innen, Fachstellen, pflegende Angehörige sowie alle Interessierten. Neben wissenschaftlichen Keynotes erwartete die Teilnehmenden ein vielfältiges Programm aus praxisnahen Workshops, Modellprojekten und Möglichkeiten zum fachlichen Austausch.
Als Dachverband der Amateurmusik in Deutschland ist der BMCO seit 2022 aktiver Partner der Nationalen Demenzstrategie. Im Rahmen des Förderprogramms „Länger fit durch Musik!“ unterstützt der Verband bundesweit Projekte zur Förderung demenzsensibler Musikangebote. Das Programm leistet nicht nur Aufklärungsarbeit, sondern erforscht in enger Zusammenarbeit mit Praxisakteur*innen und wissenschaftlicher Begleitung die Bedarfe und Potenziale für die gesamte Amateurmusik.
Der Kongress brachte diese Erfahrungen erstmals gebündelt einer breiten Öffentlichkeit nahe. „Ziel der Veranstaltung ist es, Ensembles, Initiativen und auch Pflegeeinrichtungen zu motivieren, Musik verstärkt als Ressource für Teilhabe und Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verstehen und in ihre Praxis zu integrieren“, erläutert BMCO-Geschäftsführerin Theresa Demandt.
Der Kongress „Musizieren für und mit Menschen mit Demenz – Perspektiven für Chöre und Instrumentalensembles“ bündelte die Erfahrungen aus den geförderten Projekten und stellte sie einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung, um für demenzsensibles Singen und Musizieren zu motivieren.
Der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) ist als Dachverband der Amateurmusik in Deutschland seit 2022 Akteur der Nationalen Demenzstrategie und führt in diesem Rahmen das Förderprogramm „Länger fit durch Musik!“ durch. Neben der Förderung von Projekten zu demenzsensiblem Musizieren leistet das Programm Aufklärungsarbeit, erforscht unter wissenschaftlicher Begleitung und auf Basis praktischer Erfahrungen der Ensembles Bedarfe und Möglichkeiten für die gesamte Amateurmusik und stellt Methoden und Materialien bereit. Das Förderprogramm wird vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
In Deutschland waren 2024 mehr als 1,84 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Die Zahl wird sich nach Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen. Die Nationale Demenzstrategie wurde im Jahr 2020 durch die Bundesregierung beschlossen und wird federführend durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) umgesetzt. Ziel der Strategie ist es, mit mehr als 160 Einzelmaßnahmen bis 2026 die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen in Deutschland in allen Lebensbereichen zu verbessern.
Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Foto: photothek/Dominik Butzmann

Der Vortrag von Dr. Birgit Teichmann, Prof. Dr. Kai Koch und Franziska Heidemann stellt aktuelle Forschungsergebnisse zur Bedeutung von Musik für Menschen mit Demenz vor und verknüpft diese mit Erfahrungen aus der Praxis. Im Fokus stehen auch erste Befunde aus der Begleitforschung des Programms „Länger fit durch Musik!“ sowie weitere internationale Forschungsansätze. Ziel ist es, Chancen und Herausforderungen musikbasierter Zugänge für Teilhabe und Lebensqualität differenziert zu beleuchten.
Fotos: NAR, privat, Friedrich Schmidt

Manche gut gemeinte Idee für ein gelungenes musikalisches Angebot kann nicht umgesetzt werden, weil Widrigkeiten in Einrichtungen und eine unzureichende Finanzierung die Umsetzung erschweren. Im Vortrag „Möglichkeiten und Grenzen von Musikangeboten in der Pflege“ von Prof. Dr. Bernd Reuschenbach erhalten Sie praxisnahe Einblicke in verschiedene Versorgungsbereiche wie Altenpflege, ambulante Dienste und häusliche Umgebung. Dargestellt werden konkrete Herausforderungen und realistische Lösungsansätze. Erfahren Sie, wie aus gut gemeinten Ideen tragfähige Angebote werden können – trotz knapper Budgets und komplexer Strukturen.
Foto: privat



Prof. Dr. Kai Koch (*1986) studierte Schulmusik und Chemie für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in Detmold und Paderborn sowie Orgel (M.Mus.) und Chorleitung (M.Mus.) in Münster und Berlin. Er wurde 2017 in Paderborn im Fach Musikpädagogik promoviert. Im Anschluss an das Referendariat war Kai Koch Studienrat in Münster und Annweiler. Nach Professuren in München und Vechta ist er seit 2024 Professor für Musik und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und leitet dort das Institut für Musik. Er ist außerdem Preisträger mehrerer Kompositions- und Arrangementwettbewerbe (u. a. Bundeswettbewerb Komposition, Europäisches Chorforum, chor.com, Valentin-Becker Preis).
Foto: privat


Kerstin Jaunich ist Kulturpädagogin und promovierte Musikwissenschaftlerin und seit 15 Jahren aktiv als Musikgeragogin. Sie musiziert mit Senior:innen in Alteneinrichtungen, Privathaushalten, Kirchengemeinden etc., leitet Weiterbildungen für Betreuungskräfte und Musiker:innen und hält Lehrveranstaltungen zum Thema „Musik im Alter“ an Hochschulen und Akademien. Sie engagiert sich im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Musikgeragogik und ist Gründungsmitglied der Bundesinitiative Musik und Demenz, mit der sie sich deutschlandweit für den Aufbau von Strukturen für musikbasierte Angebote im Alter einsetzt.
Foto: Silvia Kalb


Brigitte Rauscher wurde in Curitiba (Brasilien) geboren. Nach dem Studium der Psychologie (Dipl. Psych. – UFPR) und der Musik mit den Hauptfächern Klavier und Orgel (Diplom) in ihrer Heimatstadt absolvierte sie ein Aufbaustudium im Fach Orgel an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Prof. Michael Schneider sowie ein Kirchenmusikstudium (A-Examen) mit dem Schwerpunkt Chorleitung an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf bei Prof. Volker Hempfling. Sie besuchte Orgelmeisterkurse u.a. bei Michael Radulescu, Jon Laukvik, Luigi Ferdinando Tagliavini und Guy Bovet. Meisterkurse in Chorleitung besuchte sie unter anderem bei Frieder Bernius, Uwe Gronostay, Anders Eby und Eric Ericson.
Im September 2024 wurde sie zur Landeskirchenmusikdirektorin der Evangelischen Kirche im Rheinland berufen.
Von 2001 bis 2024 war sie Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde Troisdorf und Kreiskantorin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein (2003-2024) sowie Vorsitzende des Chorverbandes in der Evangelischen Kirche im Rheinland (2016-2024). Sie ist Vizepräsidentin des Chorverbandes in der EKD. Sie ist Mitglied des Ständigen Kulturausschusses des Deutschen Evangelischen Kirchentages und vertrat den Bereich Kultur in der Präsidialversammlung des DEKT. Zudem war sie Mitglied im künstlerischen Beirat OrgelKultur des Rhein-Sieg-Kreises.
Im Jahr 2017 wurde sie zur Kirchenmusikdirektorin ernannt.
Foto: privat


Dr. Birgit Teichmann studierte Biologie in Bonn und Heidelberg und promovierte im Jahr 2000 am DKFZ in Heidelberg. Darüber hinaus verfügt sie über Masterabschlüsse in Gerontologie, Bioethik und Epidemiologie. Seit 2007 ist sie Geschäftsführerin und Wissenschaftsmanagerin der Netzwerks Alternsforschung (NAR) der Universität Heidelberg. Ihre Forschungsthemen umfassen unter anderem die Einstellungen von pflegenden Angehörigen zu Menschen mit Demenz, die Sensibilisierung gehörloser Menschen für Demenz sowie die partizipative Forschung mit Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.
Foto: NAR


Professor Dr. Bernd Reuschenbach, Krankenpfleger und Psychologe. Seit 2009 Professor für gerotologische Pflege an der Katholischen Stiftungshochschule in München. Studiengangsleitung der Studiengänge „Angewandte Versorgungsforschung“ und „Community Health Nursing“. Schwerpunkte seiner Praxisprojekte und Forschungsaktivitäten sind neue Versorgungskonzepte, Messung von Lebensqualität und Lebenszufriedenheit im Alter, pflegerische Interventionen im Alter.
Foto: privat


Franziska Heidemann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der PH Karlsruhe und promoviert bei Prof. Dr. Kai Koch im Themenbereich musikkulturelle Teilhabe für Menschen mit Demenz. Sie studierte Elementare Musikpädagogik, Schulmusik und Spanisch in Köln und absolvierte die hochschulzertifizierte Weiterbildung Musikgeragogik an der FH Münster.
Foto: Friedrich Schmidt


Musiktherapeutin M.A. für Inklusion und Empowerment • Diplom-Musikerin • Peter Hess®-Klangexpertin Demenz
Isabelle Vilmars Schwerpunkt in Praxis und Forschung liegt auf der musiktherapeutischen und musikalischen Arbeit mit Menschen ab dem dritten Lebensalter, insbesondere mit Demenz, dem sie sich auch im Rahmen ihrer Promotion widmet. Neben der Leitung des Bereichs Musiktherapie im gemeinnützigen Pflege- und Seniorenstift Hospital zum Heiligen Geist in Hamburg ist sie auf der geriatrischen Station einer Akutpsychiatrie tätig und als freie Dozentin für verschiedene Träger aktiv, wo sie vor allem Inhalte zur musikbasierten Angebotsgestaltung für unterschiedliche Zielgruppen vermittelt.
Foto: Lisanne Utasch


Bilgen Pehlivan ist examinierte Intensiv- und Hygienefachkraft mit über 33 Jahren Berufserfahrung in der Pflege.
Sie war viele Jahre in der operativen Intensivmedizin tätig und arbeitet aktuell im Institut für Hygiene. Zusätzlich ist sie in einer neurologischen Frührehabilitationsklinik aktiv.
Ihre Nebentätigkeiten umfassen langjährige praktische Erfahrungen in der Haus- und Heimbeatmungspflege, in stationären Pflegeeinrichtungen, der häuslichen Krankenpflege, in Kurzzeitpflegeeinrichtungen sowie in verschiedenen medizinischen Versorgungsbereichen.
Neben ihrer pflegerischen Expertise ist Bilgen Pehlivan zertifizierte Projektmanagerin, Kulturmanagerin und angehende Kulturgeragogin. Sie entwickelt und leitet kultur- und musikgestützte Projekte, insbesondere für Senior*innen mit Migrationshintergrund, und verbindet dabei medizinisches Fachwissen mit kreativen Methoden zur Förderung von Lebensqualität, gesellschaftlicher Teilhabe und interkulturellem Dialog.
Als Kind einer Migrationsfamilie, die im jungen Alter nach Deutschland kam, verbindet Bilgen Pehlivan ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer beruflichen Expertise.
Ehrenamtlich engagiert sie sich in mehreren Vorständen, unter anderem in der KreisChorVereinigung Köln und im Kulturbunker Köln-Mülheim.
Foto: Erdal Sahin


Monika Mayr ist Rhythmikerin MA master of arts sowie Rhythmik- und Musikgeragogin (FH Münster) Ihr Studium hat sie in Musik- und Bewegungspädagogik/ Rhythmik in Wien absolviert. Seit 2005 ist sie als Senior Lecturer am Institut für Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik sowie Musikphysiologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien tätig.
Durch Zusatzausbildungen in Motopädagogik, Musikgeragogik, Rhythmik mit Senioren nach J. Dalcroze (Basel), LIMA-Trainerin (Lebensqualität im Alter/ Wien) und Intergenerative Kompetenz (Valeo/ Wien), hat sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten weiter ausgebaut.
Monika Mayr ist eine aktive Forscherin und Autorin. Neueste Publikation ist 2023 im Reichert Verlag erschienen: Musik und Bewegung mit älteren Menschen/ Einblick in die Rhythmikgeragogik. Weitere Infos: www.monika-mayr.de
Foto: privat


Levin Handschuh ist Theatermacher und Lehrer für Theater und Philosophie aus Hamburg. Als Regisseur inszeniert er dabei insbesondere interaktive und partizipative Musiktheaterformate. Im Rahmen seiner künstlerischen Forschung arbeitet er seit einigen Jahren an einer Theaterform für Menschen mit Demenz, die sich darauf konzentriert, ein souveränes Seh- und Hörerlebnis durch relaxed performance zu ermöglichen. Er studierte Theater- und Medienwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie Regie an der Hochschule für Musik und Theater München.
Foto: Konstantin Odin


Miriam Tressel verbindet ihre persönliche Erfahrung als Angehörige eines Menschen mit Demenz mit ihrer beruflichen Tätigkeit im Musikbereich. Bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz initiierte sie das Profil „Musik und Gesundheit“ und entwickelte ein Konzertformat für Menschen mit Demenz.
Sie ist Instrumentalpädagogin und Dirigentin, leitete zahlreiche Bläserklassen und Jugendorchester und war Dozentin für die Yamaha Bläserklasse. Zudem organisiert sie den Internationalen Blasmusik Kongress (IBK) in Neu-Ulm. Seit April 2025 ist sie im Künstlerischen Betriebsbüro der Staatsoper Stuttgart tätig.
Foto: privat


Christoph Mild-Ruf hat als Musiklehrer einer Realschule langjährige Erfahrung in der Leitung von Bläserklassen, Big-Bands, Jugendblasorchestern sowie Symphonischen Blasorchestern, für die er ständig arrangiert; seine Bearbeitungen berücksichtigen stets den Leistungsstand der – meist jugendlichen – Musiker*innen. Als Dozent in Fortbildungen gibt er seine Erfahrung und sein Wissen in den Bereichen „Klassenmusizieren“, Musiktheorie sowie Proben- und Unterrichtsmethodik an Lehrkräfte weiter. Als Musiker bewegt er sich in vielen verschiedenen Stilrichtungen. Neben der Mitwirkung in Big-Bands, Blas- oder Symphonieorchestern macht er sehr gerne Kammermusik oder singt im Chor.
Foto: Antje Ruf


Marlis Marchand, ist Dipl. Sozialpädagogin und Musiktherapeutin und hat langjährige Berufserfahrung in der musikgeragogischen und musiktherapeutischen Arbeit mit pflegedürftigen und dementiell veränderten Menschen in ambulanten, stationären und klinischen Institutionen der Altenhilfe. Sie ist Dozentin im Weiterbildungsbereich Musikgeragogik der FH Münster und Autorin des Praxisbuches: „Gib mir mal die große Pauke…“ – Musikalische Gruppenarbeit im Alten- und Pflegeheim.
Foto: privat


Jochen ten Hoevel, Musiktherapeut B.A., Zertifiziert beim DMtG.
Studium Kreative Therapien in Nijmegen (NL). Seit 2007 tätig in der stationären Pflege für Menschen mit einer erworbener Hirnschädigung. Weitere Erfahrungen mit Gruppenangebote für Menschen mit einer Demenz. Kooperationen mit Demenz-Netzwerken für integrative Musikformate. 2023 Basis Training zum Drum Circle Facilitator. 2025 Start des Projektes „Veedelstrommler“ in einer Kölner Pflegeinrichtung mit Schwerpunkt auf die rhythmische Arbeit im Drum Circle. Musikalische Heimat: Klavier und Akkordeon, sowie Lieder der kölschen Mundart.
Foto: Henning Rohm


Musik und Tanz begleiten mich schon sehr viele Jahre durch mein Leben. In der Schule war ich immer im Chor, nach dem obligatorischen Tanzkurs in der 9./10.Klasse blieb ich dabei und tanzte in den vier Jahren bis zum Abitur zweimal wöchentlich Standard- und Lateintänze, und als Kinderkirchenmitarbeiterin lernte ich in Eigenregie Akkorde, um die Lieder auf der Gitarre begleiten zu können. Später sang ich immer irgendwo in einem Chor oder einem Singekreis und probierte verschiedene Tanzarten aus. Während meiner Tätigkeit als Grund- und Hauptschullehrerin unterrichtete ich fachfremd Musik, als Leiterin einer Krabbelgruppe während meiner Elternzeit für meine drei Kinder durfte auch das Singen zu Gitarre nicht fehlen. Als ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als Lehrerin arbeiten konnte, machte ich eine Ausbildung zur Tanzleiterin für Tanzen im Sitzen und bringe seitdem mit großer Freude regelmäßig etliche Senior*innen in Bewegung.
Maike Biesgen schloss eine Ausbildung zur Tanzleiterin für Tanzen im Sitzen beim Bundesverband Seniorentanz e.V. ab. Seit 2019 ist sie freiberufliche Tanzleiterin und Leitet den Singkreis „Hast du Töne! – Musikstunde und Konzerte für Menschen mit Demenz, Angehörige und Interessierte. Seit Oktober 2024 ist sie Leiterin des Arbeitskreises Tanzen im Sitzen im Landesverband Berlin-Brandenburg/Sachsen-Anhalt im Bundesverband Seniorentanz e.V.
Foto: privat
Taktgefühl und Tatkraft – Teilhabe, Sorge und Gemeinschaft gestalten
Podiumsgäste diskutieren aus unterschiedlichen Blickrichtungen diese und weitere Fragen: Was ermöglicht die Amateurmusik im Sinne von Teilhabe, Fürsorge, Gemeinschaft und Zusammenhalt? Was kann sie leisten und auch verantwortungsvoll tragen? Welche Unterstützung und Rahmenbedingungen braucht es dazu? Welche Kooperationen unterschiedlicher Akteure können eine demenzsensible Gesellschaft fördern? Welche Rolle kann die Zivilgesellschaft und die Amateurmusik im Sinne der Demenzprävention übernehmen oder übernimmt sie bereits?
Moderation: Prof. Dr. Kai Koch
Podiumsgäste:
Sven Paul, Leiter des Referats für Demenzpolitik, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Dr. Rosa-Adelinde Fehrenbach, Vorstandsmitglied Deutsche Alzheimergesellschaft e. V.
Nadine Gold, Projektleiterin Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen
Theresa Demandt, Geschäftsführerin Bundesmusikverband Chor & Orchester e. V.
Dr. Kerstin Jaunich, Koordinatorin Bundesinitiative Musik & Demenz
Miriam Tressel, Projektleiterin „Musik unvergessen“ im Rahmen von „Länger fit durch Musik!“
Claudia Vonstein, Referentin Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit
Foto: Dominik Böhm
Der Bundesmusikverband führt seit Anfang 2023 als Mitglied und Akteur der Nationalen Demenzstrategie ein Förderprogramm zu demenzsensiblem Musizieren durch. In vier Jahren Laufzeit sollen Sensibilisierungsmaßnahmen, die Förderung von modellhaften Projekten und Qualifizierungsangebote im Fokus stehen. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und soll mit einem Fachkongress abschließen.
Das vierjährige Programm beinhaltet vier Tätigkeitsbereiche:
Bereitgestellt werden die Mittel im Rahmen der „Nationalen Demenzstrategie“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem
Bundesministerium für Gesundheit. Der Bundesmusikverband Chor & Orchester e.V. setzt das Programm im Auftrag des BMBFSFJ um.
Die Weiterbildungen finden in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Musikgeragogik statt.
Der Kongress findet in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe statt.
Als Mitglied und Akteur der Nationalen Demenzstrategie der Bundesregierung – einem Zusammenschluss zahlreicher Partnerinnen und Partner aus Politik, Gesellschaft und Forschung – hat sich der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) verpflichtet, das Leben von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern.
Mit dem Förderprogramm „Länger fit durch Musik“ unterstützt der BMCO als Dachverband der Amateurmusik in Deutschland das Anliegen, Menschen mit Demenz in der Mitte der Gesellschaft zu halten.
Das Programm startete 2023 und nimmt die Musikensembles und Menschen im Gefüge des Bundesmusikverbands in den Blick, die entweder bereits mit demenziell betroffenen Personen arbeiten, oder sich in diesem Bereich weiterbilden möchten.
Ensembles konnten sich in zwei Förderrunden für eine Finanzierung von modellhaften Projekten bewerben und erhielten Weiterbildungsangebote für die musikalische Arbeit mit demenziell betroffenen Personen. Das Programm darauf ausgelegt, wertvolle Aufklärungsarbeit zu leisten und die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung und der praktischen Erfahrungen der Ensembles nachhaltig für ein breites Publikum bereitzustellen.
Im besonderen Interesse des Bundesmusikverbands liegt es, durch alle diese Maßnahmen eine Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für Menschen mit Demenz in den 100.000 Amateurmusikensembles voranzutreiben. Dabei sollen nicht nur musizierende Menschen mit Demenz in den Blick genommen werden, sondern auch jene, die sich als Angehörige um Erkrankte kümmern.
Chöre und Orchester fungieren als Orte des Mitgestaltens und Wohlfühlens für Menschen mit Demenz, deren Angehörige oder Betreuende. Gerade deshalb eröffnet gemeinsames Musizieren das Potential, soziales Miteinander zu ermöglichen. Können Menschen in den Ensembles gehalten werden, bedeutet dies eine aktive Mitgestaltung an der Gesellschaft und letztlich demokratische Teilhabe.
Das neue Förderprogramm „Länger fit durch Musik“ reagiert damit auf eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung: In Deutschland waren 2022 über 1,8 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Die Zahl wird sich bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen. Handlungsbedarf ergibt sich insofern, als dass sich auch der Musikbereich auf die steigende Anzahl von Menschen mit Demenz vorbereiten muss. Durch die besonderen Potenziale von Musik werden Fähigkeiten gestärkt und erhalten, die anders kaum zugänglich sind. Viel wichtiger noch: Musik ermöglicht Teilhabe und gibt demenziell betroffenen Menschen Selbstwertgefühl, Mut, Motivation und Lebensfreude.
Bereitgestellt werden die Mittel im Rahmen der „Nationalen Demenzstrategie“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Bundesministerium für Gesundheit. Der Bundesmusikverband Chor & Orchester e.V. (BMCO) setzt das Programm im Auftrag des BMFSFJ um.
In zwei Förderrunden wurden insgesamt 42 Modellprojekte
für die Jahre 2024 und 2025 ausgewählt und gefördert.
Singen und Musizieren MIT Menschen mit Demenz
Singen und Musizieren FÜR Menschen mit Demenz
Chöre, Orchester, Musikvereine, Kirchenmusikensembles, (gemischte) Musikensembles aus den amateurmusikalischen Strukturen bzw. gemeinnützige, soziale Einrichtungen.
Projektzeitraum:
01. Januar 2024 – 31. Dezember 2024
und
01. Januar 2025 – 31. Dezember 2025
A) Finanzierung eines Projekts (bis zu 9.500€)
UND
B) kostenfreie Weiterbildung für die Ensembleleitung bzw. deren Vertretung
Die Weiterbildung begleitet die Ensembleleitungen bei ihrer Arbeit und gibt fachlichen Input durch Expert*innen. Sie ist Teil der Förderung und kann nicht getrennt von ihr besucht werden.
Sie besteht aus:
Themen werden u.a. sein:
Gesamtleitung: Prof. Dr. Kai Koch
Dozierende: Prof. Dr. Alica de Bánffy-Hall, Prof. Dr. Theo Hartogh, Prof. Dr. Heike Henning, Dr. Kerstin Jaunich, Prof. Dr. Kai Koch, Elisabeth von Leliwa, Prof. Dr. Bernd Reuschenbach, Dr. Arthur Schall, u.a.
Die Weiterbildung findet in enger Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Musikgeragogik statt.



Erreichbarkeit: Mo bis Do, 9:00 bis 15:00 Uhr


Erreichbarkeit: Di bis Do, 9:00 bis 17:00 Uhr


Erreichbarkeit: Di bis Do, 9:30 bis 12:30 Uhr