Bundeshaushalt 2027: „Kultur macht stark“ sichern – BMCO fordert verlässliche Finanzierung

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26. März 2026
 
Der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) ruft angesichts der laufenden Verhandlungen zum Bundeshaushalt 2027 zu einer entschlossenen Sicherung und Weiterentwicklung des Bundesprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ auf. Gemeinsam mit 26 weiteren Programmpartnern hat der Spitzenverband der Amateurmusik in einem Positionspapier die Bedeutung einer Fortführung des Programms für Kinder und Jugendliche dargelegt und fordert eine verlässliche, bedarfsgerechte Finanzierung bis 2032.
 
Seit 2013 hat „Kultur macht stark“ bundesweit gezeigt, wie erfolgreiche kulturelle Bildungsarbeit aussehen kann. In den vergangenen zwölf Jahren haben 1,6 Millionen Kinder und Jugendliche in rund 55.000 Projekten aktiv Kunst und Kultur erlebt. Diese Angebote wurden durch 100.000 zivilgesellschaftliche Akteure und lokale Bündnisse möglich gemacht – in allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland.
„Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ hat sich als ein zentrales Förderprogramm in der kulturellen Bildung mit der fachlichen Expertise und Begleitung durch die Bundeskulturverbände etabliert. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen – zunehmender sozialer Ungleichheiten, wachsender psychischer Belastungen bei Kindern und Jugendlichen, demokratischer Herausforderungen sowie der Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung – bietet eine vierte Förderperiode die Möglichkeit, diese Herausforderungen in bewährten Strukturen schnell, flexibel und wirksam anzugehen.
 
Evaluation zeigt nachhaltigen Erfolg
Laut der unabhängigen Evaluierung fühlen sich über 90 Prozent der Teilnehmenden sicherer und überzeugter von ihren Fähigkeiten. Gerade Kinder und Jugendliche aus finanziellen oder sozialen Risikolagen profitieren nachweislich: Das Programm stärkt Persönlichkeit, Kreativität, Ausdauer und Selbstvertrauen – und wirkt gesellschaftlicher Spaltung entgegen. Für viele Kommunen, insbesondere in finanziell schwächeren und auch ländlichen Regionen, wird das Programm als unverzichtbar beschrieben, um Bildungsgerechtigkeit zu fördern.
 
„‚Kultur macht stark‘ ist kein Luxus – sondern Grundvoraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe, Demokratieförderung, Entwicklung von Zukunftskompetenzen und ein außerschulisches kulturelles Angebot für Kinder und Jugendliche. Als größtes Förderprogramm kultureller Bildung in Deutschland ist ‚Kultur macht stark’ ein unverzichtbarer Baustein für gesellschaftlichen Zusammenhalt, starke Netzwerke vor Ort und Chancengerechtigkeit“, betont Derya Türk-Nachbaur MdB, Präsidentin des Bundesmusikverbandes Chor & Orchester.
 
Ländliche Regionen und Netzwerke stärken
Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, wie bedeutsam stabile kulturelle Bildungsangebote insbesondere im ländlichen Raum sind. Seit 2013 werden durch ‚Kultur macht stark‘ 25.000 Projekte in ländlichen Regionen umgesetzt. Sie verbinden außerschulische Kultur- und Bildungsorte mit Schulen, Kitas, sozialen Einrichtungen und Kulturvereinen und fördern kommunale Bildungslandschaften nachhaltig.
 
Rund 91 Prozent der befragten Bündnisakteur*innen sehen einen Mehrwert in der Zusammenarbeit mit Bündnispartnern: Gemeinsam erreichen sei einen breiteren Zugang zu den Kindern, etablieren sich in der Kommune als Bildungsakteure und arbeiten auch nach Ende der Förderung als starkes Netzwerk zusammen.
 
Projektbeispiele Schwerpunkt Musik
Mit dem eigenen Programmschwerpunkt „Musik für alle!“ ermöglicht der BMCO im Rahmen von ‚Kultur macht stark‘ bundesweit musikalische Projekte für Kinder und Jugendliche, die sonst kaum Zugang zu kulturellen Angeboten hätten. Seit 2013 wurden 1.700 musikalische Projekte durch über 700 kooperierende Musikvereine, Chöre, Orchester und Kirchengemeinden durchgeführt.
 
Eines davon war das Projekt Charlie und die Schokoladenfabrik. Hier brachten 180 Kinder und Jugendliche aus Kassel nach sechs Monaten kreativer Arbeit ein inklusives Musicalprojekt rund um „Willy Wonka“ gemeinsam auf die große Bühne. Mit eigenen Kompositionen, Choreografien und vielfältiger Teamarbeit wurde das Projekt durch starke Partner erfolgreich umgesetzt.
 
Ebenso gefördert wurde das Projekt „Rhythmus Raketen“, das eindrucksvoll zeigte, wie kulturelle Vielfalt und kreative Teilhabe durch interkulturelle Klangreisen und eigene Kompositionen erlebbar wird. Klangexperimente mit Alltagsmaterialien förderten Nachhaltigkeit, Fantasie und ein inklusives Miteinander. Das Projekt wurde 2025 in Algermissen/Niedersachsen vom Algermissener Kulturbrunnen e. V. durchgeführt.
 
Appell an die Politik
 
Der BMCO fordert den Deutschen Bundestag daher nachdrücklich auf:
• die 4. Förderphase (4. Quartal 2027–2032) verbindlich zu finanzieren, um Planungssicherheit zu gewährleisten
• kulturelle Bildung als zentralen Bestandteil bundesweiter und kommunaler Infrastruktur zu stärken – insbesondere für Kinder und Jugendliche
• zivilgesellschaftliche Strukturen, die über Jahre aufgebaut wurden, nicht durch finanzielle Unsicherheiten zu gefährden
 
Weitere Informationen im Positionspapier.
 
 
Pressefotos:
 

Große Bühne in Kassel: Charlie und die Schokoladenfabrik. Foto: Karl Lamp
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Die „Rhythmus-Raketen“ in Aktion. Foto: Petra Schröter,
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Derya Türk-Nachbaur MdB, Präsidenten Bundesmusikverband Chor & Orchester, Foto: DBT/ Stella von Saldern
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Über uns:
Der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) ist der Spitzenverband der Amateurmusik in Deutschland. Der BMCO repräsentiert 21 bundesweit tätige weltliche und kirchliche Chor- und Orchesterverbände mit insgesamt ca. 100.000 Ensembles. Er vertritt die Interessen von 16,3 Millionen Menschen, die in ihrer Freizeit Musik machen, gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Hauptsächliches Ziel des BMCO ist es, die Musikausübung breiter Bevölkerungsschichten zu aktivieren, die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen zu verbessern sowie die öffentliche Wahrnehmung der Amateurmusik zu stärken.
 
Pressekontakt
 
Melanie Wollenweber | Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesmusikverband Chor & Orchester
Tel: +49 (0)30 609 807 81 – 55
E-Mail: wollenweber@bundesmusikverband.de
 
Fachliche Ansprechpartnerin
 
Elsbeth Kuck | Projektleitung „Musik für alle!“
Hugo-Herrmann-Straße 24 | 78647 Trossingen
Tel: +49 (0) 7425 – 32 88 06 – 50
E-Mail: kuck@bundesmusikverband.de