Studie zur Wirtschaftskraft der Amateurmusik

Wir ermitteln repräsentative Zahlen

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Mehr als Freizeit: Amateurmusik bewegt Milliarden Euro

Die wirtschaftliche Bedeutung der Amateurmusik wird häufig unterschätzt. Eine neue Studie zeigt: Amateurmusizierende geben in Deutschland jährlich 22,4 Milliarden Euro aus. Von Instrumentenkäufen über Unterricht bis hin zu Konzertbesuchen lösen sie damit erhebliche wirtschaftliche Effekte aus. Die vom BMCO beauftragte Untersuchung macht erstmals das Ausmaß dieser Wertschöpfung sichtbar.

22,4 Milliarden Euro – so viel ist die Amateurmusik in Deutschland wert
Eine neue Studie des BMCO zeigt, dass die Amateurmusik auch eine bedeutende Wirtschaftskraft ist. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Die wirtschaftliche Bedeutung von Amateurmusik in Deutschland“, die ZiviZ im Stifterverband im Auftrag des Bundesmusikverbands Chor & Orchester (BMCO) durchgeführt hat. Die komplette Studie finden Sie hier. Die wichtigsten Fakten haben wir hier als PDF für Sie zusammengefasst.

Grafik: Amateurmusizierende geben 22,4 Milliarden Euro pro Jahr aus

Stärkere Wirtschaftskraft als die professionelle Musikwirtschaft
Deutschlandweit geben Amateurmusizierende 22,4 Milliarden Euro pro Jahr aus. Im Durchschnitt sind es bei den Musizierenden ab 16 Jahren 1.516 Euro. Bei Kindern und Jugendlichen liegt dieser Wert bei 1.288 Euro. Die Auswertung beruht auf den Aussagen von mehr als 3.000 Amateurmusizierenden, 900 Ensembles und 66 Amateurmusikverbänden für das Jahr 2025. Das ist deutlich mehr als etwa der Umsatz der professionellen Musikwirtschaft. Ihr Umsatz lag laut einer Studie aus dem Jahr 2023 bei rund 17,4 Milliarden Euro.

Wirtschaftliche Impulse weit über die Musik hinaus
Durch die Amateurmusik entstehen wirtschaftliche Impulse in ganz unterschiedlichen Bereichen. Probenwochenenden und Veranstaltungen fördern zum Beispiel die Nachfrage in Hotellerie, Gastronomie und vielen weiteren Branchen. Ausgaben für Konzertkleidung oder Versicherungen kommen zudem Branchen zugute, die auf den ersten Blick selten mit der Amateurmusik in Verbindung gebracht werden.

Grafik: Vergleich der Ausgaben von Musizierenden im Ensemble und im privaten Umfeld

Gemeinsames Musizieren verstärkt die wirtschaftliche Kraft
Besonders dann, wenn Menschen gemeinsam musizieren, entfaltet die Amateurmusik eine starke Wirkung. Menschen, die in Ensembles aktiv sind, geben für ihr Engagement durchschnittlich 1.529 Euro aus. Das sind rund 670 Euro mehr als bei Personen, die nur im privaten Umfeld musizieren.

Amateurmusik wird vor allem von Privatpersonen finanziert
Diese wirtschaftliche Kraft wird überwiegend aus privaten Mitteln finanziert. Das bedeutet: Es sind vor allem die Amateurmusizierenden selbst, die ihr eigenes Geld in Instrumente, Reisen und weitere musikalische Aktivitäten investieren. Ähnlich ist es bei Ensembles. Sie finanzieren den größten Teil ihrer Arbeit durch Mitgliedsbeiträge, eigene Einnahmen und Spenden. Öffentliche Fördermittel decken lediglich elf Prozent ihrer Ausgaben. Gleichzeitig leistet diese Förderung einen wichtigen Beitrag, um die ehrenamtlichen Strukturen zu unterstützen und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.

Grafik: Ausgaben der Amateurmusizierenden nach Ortsgröße – unter 5.000 Einwohner*innen 1.444 Euro, 5.000 bis 19.999 Einwohner*innen 1.478 Euro, 20.000 bis 99.999 Einwohner*innen 1.367 Euro, ab 100.000 Einwohner*innen 1.682 Euro

Ausgaben in Städten und auf dem Land fast gleich
Dabei ist die Amateurmusik nicht nur ein großstädtisches Phänomen. Die Untersuchung zeigt keinen direkten Zusammenhang zwischen Ortsgröße und Ausgabenhöhe. Auch in kleinen Gemeinden erzeugt Amateurmusik eine wirtschaftliche Nachfrage.

Warum ist das wichtig?

Was Amateurmusik kostet und welchen Wert sie für die Wirtschaft in Deutschland hat, ist bislang unerforscht. Amateurmusizierende wissen natürlich: Amateurmusik ist viel mehr als nur ein individuelles Hobby. Sie schafft Begegnungen und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und sie kostet auch Geld: Instrumente, Proberaummieten, Kostüme, Ausbildung, Fortbildungen und vieles mehr.
 
16,3 Millionen Menschen machen in ihrer Freizeit Musik und leisten in Chören, Orchestern und Musikvereinen einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Vielfalt und Integration, aber sie stellen auch eine immense Wirtschaftskraft dar. Das wollen wir mit mehr repräsentativen Zahlen belegen und so der Politik und Öffentlichkeit beweisen, welchen wichtigen Stellenwert die Amateurmusik in Deutschland einnimmt.
 
(Foto: Kai Kutzki)

Wer macht die Studie?

Der BMCO hat den Think-Tank „Zivilgesellschaft in Zahlen“ im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. (ZiviZ) mit der Durchführung der Studie beauftragt. ZiviZ erhebt im Rahmen der Umfrage Daten von Amateurmusiker*innen sowie Vertreter*innen von Ensembles und Verbänden für den BMCO. Die Auswertung erfolgt unter Einbeziehung der Studie „Amateurmusizieren in Deutschland“ des Deutschen Musikinformationszentrums (miz) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach. Gefördert wird die Studie durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen zur Studie habe?

Wir vom BMCO stehen bei Fragen sehr gerne zur Verfügung. Bei Rückfragen wenden Sie sich an:

Emilia Schmidt

Emilia Schmidt

Bereichsleiterin Inhalte/Grundsatzreferat