BMCO Corona-Umfrage

Informationen über die Auswirkungen der Krise für die Amateurmusik

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BMCO Corona-Umfrage

Als Dachverband und Interessenvertretung für die gesamte Amateurmusikszene in Deutschland hat der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) im Dezember 2020 eine große, verbandsübergreifende Corona-Umfrage unter den laienmusikalischen Ensembles durchgeführt.

 

Die Umfrage hat uns einerseits wertvolle Daten zu den Problemen und Bedarfen, die sich durch die COVID-19-Pandemie für die verschiedenen Ensembles der Amateurmusik ergeben, geliefert. Andererseits haben wir einen Eindruck zu erprobten Lösungsansätzen im Umgang mit der Pandemie erhalten. 

 

Wir danken allen Teilnehmenden für die Mitwirkung an dieser Umfrage zur Situation der Amateurmusikszene. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Auswertung sowie eine knappe Übersicht der Ergebnisse. 

 

 

 

Ergebnisse der BMCO-Umfrage

Detaillierte Auswertung

Der schnelle Überblick zur Umfrage: Wie geht es den Ensembles der Amateurmusik während der Corona-Pandemie?

 

1. Probensituation: 

 

 

Für mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) sind zwei Drittel aller Proben ausgefallen. Für 22 % der Befragten sind alle Proben ausgefallen. 

 

Nur die Hälfte der Ensembles hat Zugang zu den regulären Probenräumen. Als neue Probenräume wurden in Einzelfällen Gewerbehallen, Gärten und Scheunen genutzt. 

 

Zu 56 % fanden Proben nicht mit voller Besetzung statt. Zu 53 % wurde in Kleingruppen geprobt. Überwiegend wurde im Freien (55%) und nur zu 22% online geprobt.  

 

 

 

96 der Befragten ist keine probenbedingte Infektion bekannt.  

 

 

 

Ausgefallen sind 89 % der Konzerte, 11 % fanden in veränderter Form statt.  

 

Als besondere Konzertformate wurden u.a. gemeldet: Überraschungskonzerte vor Altersheimen, ein Musikfilm für die Videoleinwand auf dem Marktplatz sowie ein Mitsing-Adventskalender. 

 

76 % aller Befragten meldeten erhebliche Umsatzeinbußen von mehr als der Hälfte der sonstigen Einnahmen. 

 

23 % der Befragten haben überhaupt keine Einnahmen mehr in ihrem Ensemble. 

 

 

 

23 % der Befragten gaben an, dass ihr Ensemble öffentliche Hilfsgelder beantragt hat. 

 

In mindestens 68 % der Fälle wurden die Hilfsgelder auch ausgezahlt. 

 

6. Allgemiene Stimmung, Sorgen und Austritte: 

 

 

Wenn es zu Austritten kommt, verabschieden sich vor allem jüngere und ältere Mitglieder, also die Altersgruppen, die für Nachwuchs und Tradition stehen. 

 

Die größten Sorgen machen sich die Befragten um den sozialen Zusammenhalt in ihrem Ensemble (73 %). Sorgen um die musikalische Qualität sind vorhanden, aber deutlich geringer (58 %).

 

Viele empfinden Traurigkeit oder Wut über den Ausfall von Proben und Konzerten (61 %). Etwa die Hälfte (52 %) fügt sich mit geduldigem Abwarten in die Situation.

 

Freude an den neuen Probenformaten erleben nur 12 % der Befragten. 

 

So viele Mitglieder haben geantwortet:

3.682 

 

Die meisten Antworten haben uns von Mitgliedern dieser Verbände erreicht:

Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände zusammen mit dem Bund Deutscher Blasmusikverbände e.V. (33 %); Deutscher Chorverband e.V. (26 %) 

 

Die meisten (63 %) der befragten Ensembles existieren seit mehr als 50 Jahren. Die befragten Ensemblemitglieder gehören überwiegend (82 %) der Altersgruppe 28 – 60 Jahre an. 

 

Die meisten Antworten haben uns aus diesen Bundesländern erreicht:

Baden-Württemberg (40 %), Hessen (17 %), Nordrhein-Westfalen (10 %) und Bayern (10 %) 

 

Nochmals herzlichen Dank für Ihre Teilnahme!